Auf einer kleinen Lichtung, verborgen im Wald, liegt die Aida vor Anker. Bald schon wird die Mannschaft von ihrem Landgang mit Vorräten und Treibstoff zurückkehren. Der nahegelegene Flugplatz, von der Weltregierung einst aus strategischen Gründen aufgegeben, ist über die Jahre zu einem Refugium, Exil und Zufluchtsort geworden.
Konzept
Ursprünglich begannen wir mit der Entwicklung einer kinetischen Lichtskulptur für die Fusion Festival 2019. Im Laufe des Prozesses bemerkten wir jedoch, dass ein großes Interesse an einer stärker spielerischen, narrativen Arbeit bestand. So entstand die Idee eines fantasievollen Luftschiffs – als begehbare Skulptur, als Bühne und als erzählerisches Objekt zugleich.
Schnell wurde klar, dass ein echter Heißluftballon aus sicherheitsrechtlichen, technischen und finanziellen Gründen nicht realisierbar ist. Um dennoch eine schwebende, fast magische Wirkung zu erzeugen, griffen wir auf einen bewährten Trick aus dem Repertoire alter Straßenkünstler zurück: eine Konstruktion, die Leichtigkeit suggeriert, obwohl sie fest verankert ist.
Das Luftschiff „Aida“ erscheint dadurch schwerelos – als wäre es nur für einen kurzen Zwischenstopp gelandet. Seile, Licht und Bewegung verstärken die Illusion. Tagsüber wirkt es wie ein gestrandetes Relikt aus einer anderen Zeit, nachts verwandelt es sich durch kinetische Lichtelemente in ein pulsierendes Signal im Wald – ein Treffpunkt für Reisende, Träumer und Geschichtenerzähler.
Im Spannungsfeld zwischen Installation, Bühne und sozialem Raum entsteht so ein Ort, der Fiktion und Realität miteinander verwebt – ein poetisches Exil inmitten der Landschaft.
Die dicken Schiffstaue, die scheinbar das Luftschiff fest am Boden verankern, erfüllen in Wahrheit eine andere Funktion: Sie verbergen die tragende Metallkonstruktion im Inneren. So entsteht die Illusion von Schwerelosigkeit.
Variante 1 
In der kleineren Ausführung ist der Ballon nach unten geöffnet. Er fungiert als schützendes Dach über dem Deck – ein leichter, luftiger Raum, der Schatten spendet und vor Regen schützt. Der Ballon wird hier zur atmosphärischen Hülle, die Geborgenheit erzeugt.
Variante 2 
In der grösseren Version wird das Luftschiff zweistöckig gedacht.
Der erste Stock befindet sich auf dem Deck des Schiffes, der zweite im Inneren des Ballons. Über eine Treppe oder Leiter gelangen die Besucher*innen in einen abgeschlossenen, sphärischen Raum innerhalb der Hülle.
Gerade die Vorstellung dieser entstehenden immersiven Wirkung hat uns besonders begeistert: Der Ballon wird nicht nur zur äußeren Form, sondern selbst zum Erlebnisraum. Gedämpftes Licht, textile Oberflächen und könnten das Gefühl erzeugen, sich tatsächlich im Inneren eines schwebenden Körpers zu befinden.
Wir haben uns zudem einige spielerische und interaktive Features überlegt. Zum Beispiel: Die Propeller des Luftschiffs könnten von einem Fahrrad-System auf dem Deck angetrieben werden.